| Geschichte der Sektion Judo |
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| Geschrieben von: Kofler Bernhard | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Judo zählt zwar zu den jüngsten Sektionen in der Sportunion Matrei, doch haben Matreier schon früher in anderen Vereinen trainiert und so Bekanntschaft mit diesem ursprünglich aus Japan stammenden Sport gemacht. Ende der 40-ger Jahre tätigte Sepp Kofler seine Lehre in Innsbruck und trainierte über mehrere Jahre bei einem dortigen Verein. Nach seiner Rückkehr nach Osttirol versuchte er gemeinsam mit Florian Köll, dem späteren Bürgermeister, Judo in Matrei zu installieren, was damals allerdings an den mangelnden Voraussetzungen, insbesondere hinsichtlich eines geeigneten Trainingsraumes scheiterte. Zu Beginn der 70-er Jahre erlernte Franz Staller, der Gründer der Rangglersektion, als Berufssoldat die Kunst des „sanften Weges", wie Judo übersetzt heißt, bei Vereinen in Salzburg und Innsbruck. Nach seiner Rückkehr nach Lienz übernahm er dort die Judosektion der Sportunion Lienz als Trainer und Sektionsleiter. Da ich als Sektionsleiter der Ranggler auch stets über gute Kontakte zu Franz Staller verfügte, nahm ich schließlich mit mehreren Rangglern das Judotraining bei der Union Lienz auf, wobei sich alsbald herausstellte, daß wir natürlich auch willkommene Wettkämpfer für Lienz bildeten. Damals dabei waren: Jakob und Franz Berger, die Brüder Werner, Michael und Alois Rainer, Josef Mühlburger, Alois Steiner, Josef Waldner und ich.
Im Jahre 1978 konnte ich an der Hauptschule Matrei eine Neigungsgruppe Judo einrichten, welche sich eines regen Zulaufes erfreute: Diese Neigungsgruppe bildete in den Folgejahren auch den Grundstock für die Weiterentwicklung des Judosportes vom Breiten- zum Leistungssport und es dauerte nicht lange, da erzielte der „harte Kern" dieser Gruppe (damals vorwiegend aus Mädchen bestehend) große sportliche Erfolge und Siege bei Tiroler, Österreichischen und Union-Bundesmeisterschaften sowie auch bei nationalen und internationalen Turnieren. Das rege Interesse der wettkampfsportbegeisterten Jugend, die großartigen Erfolge der Matreier Judoka, welche damals - wie erwähnt - teilweise noch bei auswärtigen Spitzenvereinen kämpften, sowie die durch Bgm. Florian Köll in Aussicht gestellte finanzielle Unterstützung ließen in mir den Plan zur Gründung einer eigenen Judosektion bzw. eines eigenen Vereines immer mehr reifen. Doch dazu waren Funktionäre, ein Trainingsraum und Tatamis (= Judomatten) notwendig. Im Herbst 1989 gelang es dann, ein Team zur Gründung und Führung einer auf frühere Erfolge aufbauenden Sektion zu finden. Bgm. Dr. Andreas Köll sicherte die Unterstützung von Seiten der Marktgemeinde zu, Union-Obmann Josef Ganzer plädierte für eine Sektion anstelle eines eigenen Vereines und bot ebenso seine volle Unterstützung an. Mit Jakob und Franz Berger, Wolfgang Lublasser und mir als Sektionsleiter erfolgte am 29. November 1989 die Neugründung der Sektion Judo in der Sportunion Matrei. Mit 01.Jänner 1990 wechselten alle bei Lienz und Kufstein gemeldeten Matreier Judoka nach Matrei, womit für den Start bereits 40 neue Mitglieder gegeben waren. Die größten Erfolge von Matreier Judokas (auch in anderen Vereinen kämpfend) bis 1990:
Durch den Bau des „Matreier Tauerncenters" als Sport- und Mehrzweckhalle wurde schließlich auch die Möglichkeit zur Durchführung von Judoveranstaltungen jeglicher Größe geschaffen. Bereits nach Ablauf des ersten Bestandsjahres konnte eine sehr erfreuliche Bilanz gezogen werden: Zwei Tiroler Meistertitel durch Franz Berger und Michael Rainer, der Sieg von Franz Berger bei der österreichischen Meisterschaft in der Gewichtsklasse über 100 kg gegen Ex-Europameister Köstenberger (der Kampf wurde zum Teil im Fernsehen übertragen) zwei Siege beim Union- Bundescup in Tulln durch Manuela Lublasser und Roswitha Schrottwieser, zwei zweite Ränge bei den österreichischen Meisterschaften U18 durch Sonja Egger und Roswitha Schrottwieser, Platz drei durch die Herren-Mannschaft in der Tiroler Landesliga sowie weitere Platzierungen bei Meisterschaften und Turnieren konnten erzielt werden. Besondere Höhepunkte im zweiten Bestandsjahr bildete die Teilnahme von 12 Schülern und Jugendlichen an den „1. Internationalen Union Jugendspielen" zu Pfingsten in St. Pölten mit zwei Klassensiegen durch Elisabeth Waldner und Manuela Lublasser sowie die Teilnahme und das großartige Abschneiden der Matreier Judokas bei den Union-Bundesmeisterschaften in Bludenz: Drei erste Plätze durch Manuela Lublasser, Petra Rainer und Stefan Berger, vier zweite Plätze durch Regina Waldner, Anna Egger, Lydia Lublasser und Sonja Egger sowie Platz drei von Agnes Holzer stellten das beste je erzielte Ergebnis bei Union-Bundesmeisterschaften überhaupt dar. Mit 5 Tiroler Meistertiteln, 5 Union Siegern, einem zweiten Platz bei den österreichischen Meisterschaften U19 durch Petra Rainer und einem 3. Rang durch Regina Waldner, zwei dritte Plätzen durch Elisabeth Waldner und Manuela Lublasser bei den österreichischen Meisterschaften U17 und zahlreichen weiteren Siegen und Platzierungen bei Turnieren und Meisterschaften zählte das Jahr 1991 zu den bislang erfolgreichsten überhaupt. Nach der Abwicklung von mehreren Tiroler Meisterschaften wurden wir mit der Durchführung der Union-Bundesmeisterschaft am 31.10.1993 betraut. 100 Sportler aus 20 Vereinen kürten ihre Meister, für Matrei waren Elisabeth Waldner mit einer Goldmedaille und Stefan Berger mit Bronze erfolgreich. Einen besonderen sportlichen Höhepunkt bildete die Austragung des Jugendländerkampfes für Mädchen U16 und Burschen U18 zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich, wobei anstelle der Schweizer Mädchen eine Tiroler Auswahl mit Elisabeth Waldner, Doris Egger und Dagmar Wibmer kämpften (der ORF brachte einen Bericht von dieser Veranstaltung). In einer tollen Stimmung siegte Österreich vor Deutschland bei den Burschen, bei den Mädchen war Deutschland vor Österreich erfolgreich. Erstmals gelang in diesem Jahr den Knaben der Union Matrei der Sieg in der Tiroler Mannschaftsmeisterschaft. Zu sehr beliebten Veranstaltungen entwickelten sich die vom Osttiroler Judo-Pionier Franz Staller ins Leben gerufenen Union-Bezirks- und Landesmeisterschaften. Der Teilnehmerrekord mit 80 Aktiven wurde im April 1995 in Matrei erreicht. Ein besonderes Erlebnis für 13 Schüler und Jugendliche bildete die Teilnahme an den Union-Sommerspielen in Graz in der Zeit vom 12. bis 16. Juli 1995, betreut von Regina Waldner als Union-Landesfachwartin und Vorstandsmitglied im JLV Tirol und mir. Dabei gab es neben einem interessanten Rahmenprogramm auch sportliche Erfolge mit einem Sieg in der Jugendklasse durch Monika Waldner sowie drei zweiten und fünf dritten Plätzen. Am 29. Oktober 1995 ging das „1. Internationale Matreier Judo-Nachwuchsturnier" mit 241 Judokas aus Deutschland, Italien und Österreich im „Matreier Tauerncenter" über die Matte. Dieses Turnier wurde inzwischen zu einer etablierten und beliebten Dauereinrichtung. Mit der Entscheidung von Mag. Michael Rainer, Verantwortung in der Judosektion in Matrei zu übernehmen, wurde 1996 nicht nur ein ehemaliger Spitzenkämpfer wieder aktiviert, sondern es wurde ein zusätzlicher Schritt für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Judosektion gesetzt. Dass Judo sich zwischenzeitlich zu einer von der Bevölkerung anerkannten und sich vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu einer immer beliebter werdenden Zweikampfsportart entwickelt hatte, zeigte sich in der Saison 1998 eindrucksvoll, wo erstmals über 100 Personen (der Großteil davon Kinder) im Laufe des Jahres am Training teilgenommen haben. 4 Tiroler Meistertitel, ein Gesamtsieg im Tiroler Jugendcup, Platz zwei in der Vereinswertung bei 2o5 Startern aus 4 Nationen beim „4. Internationalen Matreier Judo-Nachwuchsturnier" und eine gelungene Judo-Akrobatik-Demonstration im Rahmen des „Matreier Marktfestes" bildeten die Glanzpunkte dieses Jahres.
Ein sportliches Großereignis stellte 1999 die erstmalige Durchführung der österreichischen Jugendmeisterschaften U18 männlich und weiblich sowie der österreichischen Kata-Meisterschaften der allgemeinen Klasse mit über 23o Teilnehmern aus ganz Österreich dar. Davon brachte wieder der ORF in „Tirol heute" einen Beitrag. Für die mustergültige Vorbereitung und Organisation dieser Meisterschaft, welche sehr wesentlich unter der Regie von Mag. Michael Rainer stand, gab es große Zustimmung und Zufriedenheit aller Teilnehmer sowie auch offizielle Anerkennung durch den ÖJV. Eine zusätzliche Meisterleistung gelang dem Herrenteam mit dem erstmaligen Sieg in der Tiroler Landesliga, wobei das Finale am 28. November unter großem Beifall des begeisterten und fachkundigen Publikums im „Matreier Tauerncenter" ausgetragen wurde. Der notwendig gewordene Ankauf einer neuen Wettkampfmatte wurde uns im Jahre 1999 durch die Marktgemeinde Matrei, das Land Tirol und die Sportunion Tirol ermöglicht, wofür den Verantwortlichen an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt sei. Von zahlreichen Aktivitäten und beachtlichen Erfolgen der Judokas war auch das Milleniumsjahr 2000 geprägt: Monika Berger erreicht in der Kategorie U15 den Titel einer Österreichischen Schülermeisterin, Carmen Panzl belegt den dritten Rang. Beim „5. Internationalen Matreier Judo-Nachwuchsturnier" entfallen gleich sechs Klassensiege und Rang drei in der Vereinswertung auf Matrei. Vor mehreren hundert begeisterten Zusehern bieten die Judokas eine eindrucksvolle Judo-Akrobatik-Vorführung beim „Matreier Pfarrfest" im September 1999. Elisabeth Waldner und Mag. Michael Rainer beginnen im Juli 1999 die 4-wöchige Ausbildung zum staatlichen Judo-Lehrwart, womit ein weiterer wichtiger Grundstein für qualifiziertes und erfolgreiches Weiterarbeiten im Judobereich gelegt wurde. Erstmals konnte sich Elisabeth Waldner in einer Serie von C-Turnieren den Titel einer „Internationalen Oberösterreichischen Meisterin" erkämpfen. Vier Tiroler Meistertitel, Monika Waldner bei den Damen, Carmen Panzl und Monika Berger in der Klasse U15 und Evelyn Egger in der Kategorie U13, der Sieg von Michael Wolsegger beim internationalen Turnier um den Preis der Stadt Tolmezzo, der zweite Rang in der Tiroler Mannschaftsmeisterschaft der Herren sowie mehrere Platzierungen bei den Union-Bundesmeisterschaften und C-Turnieren stehen an der Spitze einer recht erfreulichen Jahresbilanz. Mit einer Rekordanmeldung von 40 SchülerInnen, Jugendlichen und Erwachsenen aus dem gesamten hinteren Iseltal startete im Oktober 2000 wieder ein Anfängerkurs. In der Tiroler Schulwertung erreicht die HS Matrei unter 64 Schulen hinter dem Reithmann-Gymnasium Innsbruck den zweiten Rang. Die größten Erfolge von Matreier Judokas ab 1990:
Die Durchführung zumindest einer Tiroler Meisterschaft, der Union-Bezirks- und Landesmeisterschaft, des „Internationalen Matreier Judo-Nachwuchsturniers", das Abhalten einer eigenen Jahreshauptversammlung mit Ehrung der erfolgreichsten Sportler, diverse gemeinschaftsbildende Veranstaltungen mit Aktiven, Helfern und Eltern sowie die Durchführung der jeweiligen Kyu-Prüfungen gehören zum alljährlichen Standardprogramm der Judosektion. Die Judokas der Sportunion Matrei nehmen jedes Jahr durchschnittlich an 25 bis 30 Veranstaltungen (Meisterschaften, Turniere) teil, zudem werden regelmäßig Trainingslager und Kurse beschickt, wobei jährlich jeweils zwischen 11.000 km und 14.000 km Fahrt zurückgelegt werden. Soviel in Kürze zur Geschichte der Judo-Sektion. Was steckt dahinter: Ein einsatzfreudiges und unermüdliches Team von Mitarbeitern und Freunden, treue aktive wie unterstützende Mitglieder, weiters der Idealismus jener Eltern, die ihre Kinder bei der Ausübung des Judosportes unterstützen, sei es ideel, materiell oder durch Opferung ihrer Freizeit. Dafür möchte ich allen aufrichtig danken.
Anton Waldner, Sektionsleiter |
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